Mai 31

Kinderkrankheiten

Während der Entbindung des Kupferkindes stand der Abholservice von Vita 34 vor der Tür und hat das Nabelschnurblut mitgenommen. Ich nehme jetzt etwas voraus: 5 Diagnosen – und für keine davon kann man embryonale Stammzellen zum Einsatz bringen. Trotzdem eine gute Sache. Es hätte ja auch mal etwas “Normales” sein können. Oh, und es kann noch immer sein, dass wir diesen Dienst mal in Anspruch nehmen müssen. Wäre ich gläubig, würde ich allerdings dafür beten, dass wir mit Krankheiten in Zukunft nicht mit mehr als mit einer Erkältung ab und an zu tun haben müssen.
Im Leben des Kupferkindes ging es mit einer Tränenwegstenose weiter, die sich am Morgen des Arzttermins (7te Lebenswoche) dann doch spontan von alleine entlud. Keine weitere Behandlung nötig!
Dann eine Nierenbeckenentzündung. Keine Ahnung, wie man sich die zuzieht. Einfach in den Griff zu bekommen. Etwas schwerer gestaltete sich ihre Ärztephobie. Wann auch immer wir zu einem Arzt/einer Ärztin ins Sprechzimmer kamen – das Kupferkind schrie sich die Seele aus dem Leib. Auch beim Kinderkardiologen, den wir zur Kontrolle des Forame Ovale aufsuchen mussten. Da besonders (obwohl der echt nett und toll im Umgang mit Kindern ist). Erledigt hatte sich diese Phobie glücklicherweise ganz einfach. Vor dem Termin zur Kontrolle der überstandenen Nierenbeckenentzündung (Ultraschall) habe ich eine stinknormale Fernbedienung zur Hand genommen, und dem Kupferkind damit spielerisch den Unterleib “geschallt”. Seitdem sind Arztbesuche NIE WIEDER ein Grund zum weinen gewesen.

Wie mache ich denn jetzt weiter? Mmh. Also, das Kupferkind ist sehr lange gerobbt. Und fast gleichzeitig mit dem laufen erst gekrabbelt. Doch schon beim robben, hat sie sich hochgezogen und hingestellt. Allerdings auf Zehenspitzen! Das fand ich jetzt gar nicht so besonders, die Kinderärztin hatte jedoch sofort eine infantile Zerebralparese im Sinn. Diese wurde von der konsultierten Krankenygmnastin aber gleich negiert, da das Kupferkind alternierend krabbelte. (Fremdwörter bitte googeln, wenn ich doch mal ein Buch veröffentliche, werden alle Fachbegriffe im Anhang erläutert.)
Auch wenn ich hier aufatmen konnte, irgendwie waren wir seit diesem Zeitpunkt permanent in krankengymnastischer oder ergotherapeutischer Behandlung. Das Kupferkind hatte einen enorm starken Tonus in den Beinen. Wenn sie stand, dann wie in Beton gemeisselt! Diese Spannung des Muskeltonus setzte sich auch im Kindergarten und der Schule durch eine sehr verkrampfte Stifthaltung fort. Es gibt keine Griffhilfe, die ich nicht gekauft habe. Gebracht haben sie leider gar nichts.
Im Ganzen hat sich das Kupferkind körperlich normal weiterentwickelt. Bei irgendeiner U-Untersuchung vor der Einschulung forderte der Kinderarzt sie auf ihm
5 zu zeigen. Nach kurzer Bedenkzeit zeigte sie ihm eine Hand. Als er dann sagte: “Und wieviel sind sechs?” antwortete sie, leicht genervt,: “Na, von jeder Hand 3!” Klasse, dachte ich, Mathe wird schon mal kein Problem. Typischer Fall von “denkste”!


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Verfasst 31. Mai 2015 von yennyver Kategorie Uncategorized

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