Mai 31

Machtlos

Irgendwann, dass Kupferkind war gerade mal fünf Jahre alt, habe ich mich an ein sozialpädriatrisches Zentrum gewandt. Weil ich das Kupferkind oft akustisch nicht verstanden habe. Leider hat man auch
mich nicht verstanden. Mir ging es darum, dass das Kupferkind immer sehr abrupt anfing von etwas zu erzählen. Und das sehr schnell und für mich unverständlich, weil ich nie wusste, WOVON sie sprach. Irgendwie war es, als hätte ich die Einleitung verpasst. Und die Endungen hat sie auch oft verschluckt. Das ging aber seltsamerweise nur mir und meiner Mutter so. Kindergärtnerinnen und andere Kinder hatten keine Schwierigkeiten. Nun ja. Mein Gang zum SPZ führte dazu, dass das Kupferkind Logopädie erhielt, um eine “Tr-“, “Dr”-Störung zu behandeln. DAS war mir vorher nicht aufgefallen. So hat diese Therapie auch super gewirkt.
Das, was vorher kein Problem war, wurde auch keines. Allet jut …
Später war sie noch bei einem anderen Logopäden in Behandlung. Recht lange. Aber ich kann mich im Moment beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, weshalb. War wohl ähnlich erfolgreich.
Schulisch lief es auch nicht so super. Aufgrund der schon beschriebenen Stifthaltung waren ihre Buchstaben nie wie gemalt, eine Schreibschrift hat sie bis heute nicht erlernt. Geht irgendwie auch ohne. Hat aber nicht allen Lehrkräften der Grundschule gefallen. Will nicht Finnland die Schreibschrift in der Schule komplett abschaffen?
Auch mit den Mitschülern lief es nicht rund. Bis heute habe ich keine Erklärung dafür. Auch Kindergärtnerinnen und Lehrkräfte konnten sich keinen Reim darauf machen. Lag es daran, dass das Kupferkind im Spiel auch gerne mal eigene Ideen eingebracht hätte, als immer nur den Alpha-Kindern zu folgen? Sie wurde nie als dominant oder zänkisch beschrieben. Vielleicht konnte man sich einfach nicht “riechen”?
Apropos, schon als Baby roch die Kopfhaut des Kupferkindes seltsam. Auch nach dem Haare waschen. Aber das roch man nur, wenn man es darauf angelegt hat. Heute haben wir eine Erklärung dafür, damals waren wir ratlos.
Dem Kupferkind blieb auf jeden Fall ein grosser Freundeskreis und die eine beste Freundin, die so so gerne gehabt hätte, verwehrt. An diesem Wunsch war ich Schuld. Hatte ich ihr doch mit Vorliebe aus “Conni”-Büchern vorgelesen, und so diesen Wunsch genährt. Ich wünschte, ich hätte etwas daran ändern können. Freundschaften gab es zwar, die waren aber leider alle nicht von Dauer. Ein Mädchen war etwas älter und wechselte vor dem Kupferkind auf die weiterführende Schule, ein Mädchen ist umgezogen, und eine weitere hat die weiterführende Schule, die beide besuchten (und das Kupferkind noch heute besucht), gewechselt.
So sind diese Freundschaften leider zum Großteil im Sande verlaufen. Schade.
In der Schule lief es also nicht so besonders. In Hinblick auf die geforderten Leistungen und des Kupferkindes soziales Leben. Der Kinderarzt überwies uns deshalb zu einem Kinderpsychologen. Und so hat das alles angefangen!


Copyright © 2015. All rights reserved.

Verfasst 31. Mai 2015 von yennyver Kategorie Wie das alles so war

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>