Juni 4

Adenom

Leberzelladenom
Das Leberzelladenom (LZA) ist ein seltener benigner Lebertumor, der vorwiegend bei Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren auftritt. In den meisten Fällen geht der Entwicklung eines LZA eine orale Antikonzeptivatherapie voraus. Obwohl eine direkte kausale Beziehung zwischen LZA-Entstehung und oraler Antikonzeption bisher nicht nachzuweisen war, zeigen klinisch-epidemiologische Studien, dass das Wachstum hormonabhängig ist. Werden die Hormone abgesetzt, erfolgt meist die Regression des LZA, während bei fortgesetzter Anwendung nach LZA-Resektion zum Beispiel Rezidive auftreten beziehungsweise eine Größenzunahme des LZA während der Schwangerschaft eintreten kann. Des Weiteren werden LZA bei metabolischen Hepatopathien beobachtet. Hier kommt vor allem der Glykogenspeicherkrankheit I und III eine besondere Bedeutung zu.

Treten mehr als 10 Adenome auf, spricht man von hepatozellulärer Adenomatose (HCA). Die HCA ist bei beiden Geschlechtern etwa gleich häufig und nicht mit der Einnahme von Antikonzeptiva assoziiert. Die Adenomatosepatienten haben in 50 % der Fälle angeborene Gefäßanomalien. Leberzelladenome beziehungsweise hepatozelluläre Adenomatosen und hepatozelluläre Karzinome können miteinander assoziiert sein. Durch moderne molekularbiologische Untersuchungen des Lebergewebes, wie zum Beispiel Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), kann das Leberzelladenom eindeutig klassifiziert werden. Es stellt keine Vorläuferläsion des hepatozellulären Karzinoms dar. Das Leberzelladenom kommt häufig bei prämenopausalen Frauen vor.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt

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