Juni 2

Öfter mal was Neues

Nicht, dass es langweilig wird.
Termin zum Ultraschall. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe. Wirklich nicht. Was können schon Gründe für Bauchschmerzen sein? Ein Magengeschwür mit elf Jahren? Eher nicht. Eine Zyste? Bevorstehende Periode? Nebenwirkung der Tabletten? Lebensmittelunverträglichkeit? Nicht erwartet habe ich: “Da ist eine Raumforderung. Genaueres kann ich ihnen erst nach einer MRT sagen.” Schockschwerenot! DAS hätte ja nun ALLES sein können.
Das Kupferkind lies also ihre erste MRT über sich ergehen. Anstandslos. Keine Klaustrophobie. Aber ich war bei jeder einzenen mit im Raum und habe ihr die Beine gestreichelt. Und das werde ich auch weiterhin so machen, bis sie irgendwann sagt: “Mama, bleib bitte draussen, du bist peinlich ich schaffe das alleine.”
Der Befund der MRT war erstaunlich. “Adenomatose”. Das Deutsche Ärzteblatt schreibt: “Das Leberzelladenom (LZA) ist ein seltener benigner Lebertumor, der vorwiegend bei Frauen im Alter zwischen 15 und 45 Jahren auftritt. Treten mehr als 10 Adenome auf, spricht man von hepatozellulärer Adenomatose (HCA).” Und weiter “Leberzelladenome beziehungsweise hepatozelluläre Adenomatosen und hepatozelluläre Karzinome können miteinander assoziiert sein. Durch moderne molekularbiologische Untersuchungen des Lebergewebes, wie zum Beispiel Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH), kann das Leberzelladenom eindeutig klassifiziert werden.” “Eindeutig klassifiziert” – ich kann mich nicht halten vor lachen. Das ist nicht nur nicht so einfach, das ist manchmal schier unmöglich! Aber auch das wusste ich damals noch nicht.
Angst vor einem (oder mehreren Karzinomen) hatte ich da noch keine.
Die Empfehlung der Radiologen lautete: “Kontrolle in einem halben Jahr.” Nun, Abitur hab ich, Internet kann ich, gelesen habe ich: “Adenome die größer sind als 5 cm sollten entfernt werden.” Das größte “Adenom” des Kupferkindes maß 6×6 cm.

Also habe ich mich an den Computer gesetzt und nach Kinder-Leberspezialisten gesucht. Gefunden habe ich einen in Essen und ihn angerufen. Zunächst sagte er mir, der Fall des Kupferkindes wäre interessant, er aber völlig ausgebucht. Netterweise mailte er mir aber eine Liste mit weiteren Spezialisten. Einer davon war in Wuppertal. Flugs habe ich den angeschrieben.
Die Antwort kam noch am gleichen Tag, er wäre interessiert, ich solle ihm die Bilder schicken. Gesagt, getan.
Zeitgleich mit dieser Mail, meldete sich aber auch der Essener Arzt per Mail. Er wäre doch so interessiert, dass er Platz schafft, wir möchten doch bitte vorbeikommen. Termin vereinbart. Jippi!
Der Wuppertaler Arzt schrieb, nach Sichtung der Bilder, es könne sich auch um FNH oder NRH handeln (beides harmlos). Oder um Regeneratknoten (auch harmlos). Einen Aufschluss könnte eine Szintigrafie geben. Übrigens, wie der Essener Arzt ein Professor. Man muss nur mit den “spannenden” Diagnosen aufwarten, schon reden auch die Korypähen mit den kleinen Leuten. Nicht böse gemeint.
Ich habe dem Wuppertaler Arzt dann mitgeteilt, dass ich einen Termin in Essen habe. Er war nicht böse darüber, kennen sich die beiden doch gut. Puh!

Ganz schön viele Informationen, oder?! Beim nächsten mal geht es weiter, und da kommt noch einiges!